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Schütz des Stahlwerks Annahütte offenbar nicht für ein Jahrhunderthochwasser gerüstet – Martin Strobl (ÜPW) stellt Antrag

Ainring. ÜPW-Fraktionssprecher Martin Strobl forderte in der jüngen Gemeinderatssitzung in einem Antrag, das Schütz am Stahlwerk Annahütte schnellstmöglich für ein Jahrhunderthochwasser sicher zu machen. Er nannte es „skandalös”, dass Betreiber und Behörden untätig seien.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein hatte ihm auf eine Nachfrage in einem Schreiben von Anfang Juli dieses Jahres mitgeteilt, dass eine nochmalige Prüfung der Berechnung des Freistaates Bayern ergeben habe, dass es bei einem Jahrhunderthochwasser-Abfluss „in der Saalach für die Überschwemmungsgebietsberechnung zu einer Über- und Umströmung des Regulierungsbauwerkes am Beginn des Hammerauer Mühlbaches im Werkskanal vor dem Kraftwerk des Stahlwerks Annahütte” komme.

Dies führe dazu, dass eine entsprechend größere Wassermenge in den Hammerauer Mühlbach gelange, dessen Leistungsfähigkeit übersteige und somit zu den rechnerisch ermittelten Überschwemmungen im Umlauf des Hammerauer Mühlbaches führe. Der Schütz am Regulierungsbauwerk werde in dem Modell nach bayernweitem Standard generell als geöffnet angesetzt, da auch im Hochwasserfall ein Ausfall an dem Schütz auftreten könne.

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein schreibt in dem der Heimatzeitung vorliegenden Brief weiter, dass bei dem Hochwasser 2013 die errechneten Überschwemmungen in diesem Bereich nicht aufgetreten seien, liege nach Einschätzung der Experten an der damaligen massiven Verklausung vor dem Einlaufbauwerk in den Werkskanal. Das Schreiben schließt mit dem Satz: „Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein steht unabhängig davon mit dem Stahlwerk Annahütte in Kontakt, um eine Lösung für das kraftwerksbedingte Hochwasserthema zu finden.”

Martin Strobl erinnerte in seinem Antrag daran, wie er auf das Thema gestoßen war. In der Gemeinderatssitzung Ende Mai stellten zwei Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes Traunstein die Überschwemmungskartierung vor (wir berichteten), darunter auch die Festsetzung von Teilen der Saalachau. In dieser Sitzung habe er, Strobl gebeten, die geplanten Festsetzungen zu prüfen, ob sie fehlerhaft seien, da aus seiner Sicht das beim Wasserkraftwerk des Stahlwerks Annahütte befindliche Schütz den Hammerauer Mühlbach reguliere und im Hochwasserfall geschlossen werden könne.

Die oben angeführten Antworten hätten ihn nun „sehr beunruhigt”. „Für mich und die betroffenen Antwohner ist das umso überraschender, da wir bislang davon ausgegangen sind, dass an dieser Stelle durch die Sanierung vor einigen Jahren ein HQ-100-Schutz hergestellt wurde”, verlas Strobl im Gemeinderat seinen Antrag. Vielmehr seien die Bewohner der Au und der Saalachau aber beim Hochwasser 2013 nur durch „einen Zufall verschont” geblieben.

Blick vom Hammerauer Mühlbach in Richtung Stahlwerk Annahütte

Strobl kritisiert, dass seit 2013 nichts unternommen worden sei, diesen Zustand zu beseitigen. Er beantragte, das Schütz am Stahlwerk Annahütte für ein HQ100 „schnellstmöglich hochwassersicher” zu machen und bittet Bürgermeister Hans Eschlberger darum, dieses sehr dringliche Anliegen nach Kräften zu unterstützen.

Dieser reagierte überrascht auf diese Ausführungen des ÜPW-Fraktionssprechers und bat um den Brief. Eschlberger sagte: „Wir werden dem selbstverständlich nachgehen. Die Sicherheitslage hat oberste Priorität.”

Bericht und Foto: Tanja Weichold

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