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Dorfplatz Anger

Generalversammlung mit Ausblick auf die Wirtschaft der Gemeinde und des Landkreises

Die Freie Wählergemeinschaft Anger-Högl-Aufham hat bei ihrer Generalversammlung den bisherigen Vorstand Christian Hinterstoißer im Amt bestätigt. Auch „Vize“ Martin Wimmer stellte sich wieder für den Posten des Stellvertreters zur Verfügung. Die Vorstandswahlen waren ein Bestandsteil der eine Teil der Generalversammlung. Der andere befasste sich mit Fragen zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde und des Landkreises. Dazu hatte sich die Freie Wählergemeinschaft den Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land, Dr. Thomas Birner als Referenten eingeladen. Besonders erfreut waren die FWGler der Gemeinde Anger, dass auch der FWG Kreisvorsitzende Dieter Nowak aus Ainring zur Zusammenkunft zum Klosterwirt gekommen war.

Christian Hinterstoißer führte als FWG-Vorsitzender durch den Abend und übergab nach der Begrüßung das Wort an Dr. Birner. Dieser erklärte kurz die Hauptaufgaben der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Berchtesgadener Land sowie den Markenstrategieprozess im Landkreis und dessen Umsetzung. Sieben Mitarbeiter sind in der Gesellschaft beschäftigt. Dr. Birner erläuterte die Branchenverteilung im Landkreis und zeigte auf, dass mit knapp 12 Prozent der Einkommensteuerwertschöpfung aus dem Tourismus kommen. Im Berchtesgadener Land ist das im Vergleich mit anderen bayerischen Landkreisen, die es hier auf ein bis zwei Prozent bringen, sehr hoch. Stärkste Branche ist das verarbeitende Gewerbe mit 30 Prozent, es folgen die Gesundheitswirtschaft mit 20 Prozent und der Großhandel mit 15 Prozent. „In allen Branchen herrscht starker Fachkräftemangel“ stellte Dr. Birner fest. Ein Drittel der Ausbildungsplätze sind nicht besetzt.

Als eine wesentliche Ursache begründete er, dass immer noch das Vorurteil bestehe, dass es in der Region nur Arbeitsplätze in der Tourismusbranche und sonst keine Stellen gäbe. Aufgrund der hohen Lebensqualität sind auch die Lebenshaltungskosten hoch. Durch Zuzug gibt es im Landkreis pro Jahr 500 bis 600 Neubürger. Dabei handelt es sich jedoch meist um Pensionisten. Mit dem Masterplan Hotelentwicklung wird, orientiert an Gästezielgruppen, konsequent versucht, mehr touristische Leitbetriebe im Landkreis anzusiedeln. „Es gibt mehrere Tausend Kleinvermieter“, sagte Dr. Birner. In den letzten Jahren konnten die Gewerbesteuereinnahmen im Landkreis verdreifacht werden, nur ein Prozent der Jugendlichen ist arbeitslos. Im Landkreis ist jedoch kaum Gewerbegrund verfügbar. Durch rechtzeitige Flächenvorsorge haben die Gemeinden Bischofswiesen und Saaldorf-Surheim profitiert und konnten neues Gewerbe ansiedeln. „Wir brauchen mehr Grund für produzierendes Gewerbe mit hoher Wertschöpfung.

Hier haben wir zu viele Anfragen, die nicht bedient werden können“, stellte Dr. Birner die Situation dar. In der Gemeinde Anger sitzt man „im selben Boot“. Dazu kam das Gespräch in der anschließenden Diskussion dann zwangsläufig auf das Porsche Traumwerk, das vor rund zweieinhalb Jahren eröffnet worden ist. 50 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, 19 davon kommen aus der Gemeinde Anger. 400.000 Euro werden vom „Traumwerk“ jährlich für Serviceleistungen in der Region ausgegeben, eine Million Euro wird in Gebäude und Infrastruktur investiert. Im Nachhinein betrachtet sei es für die Kommune lukrativer gewesen, das bestehende Gewerbegebiet „Schrattenbach“ anderweitig zu erweitern und dort produzierendes Gewerbe anzusiedeln. Der Nutzen für die Gemeinde wäre wesentlich höher, war die Meinung einiger Versammlungsbesucher. Doch über „verschüttete Milch“ zu reden, mache jetzt auch keinen Sinn mehr, waren sich die Diskutanten einig. FWG-Vorsitzender Christian Hinterstoißer informierte die Anwesenden über die Arbeit aus dem Gemeinderat und stellte verschiedene Projekte vor. Die Ausweisung des Baugebietes Unteranger, die Einbeziehungssatzungen in Holzhausen und Steinhögl, verschiedene Straßensanierungen, Investitionen in Schwimmbad, Kindergarten und Feuerwehrwesen listete Hinterstoißer kurz auf.

Formeller Bestandteil der Generalversammlung war der Kassenbericht von Klaus Linhuber und der damit verbundene Bericht von Revisor Heinz Schörghofer. Nach erteilter Entlastung durch die Anwesenden leitete Schörghofer auch die Neuwahlen. Zügig wurde dieser Tagesordnungspunkt abgewickelt. Christian Hinterstoißer bleibt erster Vorsitzender der Freien Wählergemeinschaft Anger-Högl-Aufham, sein Stellvertreter ist Martin Wimmer. Die Kasse wird weiterhin von Klaus Linhuber geführt, Schriftführerin bleibt Maria Horn. Zu Beisitzern wurden Franz Koch und Georg Kamml gewählt, Kassenprüfer ist Thomas Grundner. Der FWG-Kreisvorsitzende Dieter Nowak richtete abschließend ein kurzes Grußwort an die Kollegen aus der Gemeinde Anger. Er informierte, dass am 18. Januar ein Treffen für alle Ortsvorsitzenden statt finden wird. Ein großes Anliegen ist es ihm, den früheren Arbeitskreis „Verkehr“ wieder ins Leben zu rufen. Dazu schilderte er die Verkehrsproblematik im Landkreis und hofft auf Lösungsansätze. Reinhard Haider nutzte die Gelegenheit um den Freien Wählern „ans Herz zu legen“, dass sie es forcieren sollen, dass im Rathaus der Gemeinde Anger ein Bauamt geschaffen wird.

Die Vorstandschaft der Freien Wählergemeinschaft Anger-Högl-Aufham v.l.n.r. Der stellvertretende Vorsitzende Martin Wimmer, Kassier Klaus Linhuber, erster Vorsitzender Christian Hinterstoißer, Beisitzer Franz Koch, Beisitzer Georg Kamml, Revisor Thomas Grundner und Schriftführerin Maria Horn

Die Vorstandschaft der Freien Wählergemeinschaft Anger-Högl-Aufham v.l.n.r. Der stellvertretende Vorsitzende Martin Wimmer, Kassier Klaus Linhuber, erster Vorsitzender Christian Hinterstoißer, Beisitzer Franz Koch, Beisitzer Georg Kamml, Revisor Thomas Grundner und Schriftführerin Maria Horn

Text und Foto: Horn

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