Schrott und Starrsinn
Mit schier untolerierbaren Begleiterscheinungen der Deutschen Bahn kämpft derzeit die Gemeinde Bischofswiesen. So ist im Bereich der Tristramschlucht auf einer Länge von 100 m der Wanderweg durch Steinschlag gefährdet. Nach Rechtsauffassung der Gemeinde, bestärkt durch ein Gutachten des Bayerischen Gemeindetages, ist die Bahn für die Verkehrssicherung zuständig.
„Wir haben deswegen eine Vollzugsandordnung an die Bundesbahn geschickt, wogegen diese allerdings Klage eingereicht hat“, so Bürgermeister Toni Altkofer, der auch bekräftigt, dass die Gemeinde, solange in diesem Fall keine Entscheidung für Klarheit sorgt, den Wanderweg weiterhin sperren müsse.
Auch beanstandet seit Jahren die Gemeinde den Zustand des Bahnhofgebäudes, das dringend renoviert werden müsste. Auf Anfrage an den derzeitigen Besitzer „Patron Capital“ ließ der durch seinen Vertreter „RGM Gebäudemanagement“ verlauten, dass Sanierungs- und Renovierungsmaßnahmen in immobilienwirtschaftliche Überlegungen passen müssten. Passiert sei seitdem nichts, „das Gebäude gammelt weiter vor sich hin“, so Bürgermeister Altkofer.
Aktuell sorgen die Ablagerungen von ehemaligen Oberleitungsmasten für Unmut in der Bevölkerung und im Gemeinderat. Erst in der vergangenen Sitzung wies FWG Gemeinderat Josef Fegg auf das Problem hin. Seit Monaten liegt das alte, ausgetauschte Material als Schrott am Gleisrand in Winkl, was neben den unschönen Anblick auch ein erhebliches Gefährdungspotenzial darstellt. Entlang der Bahnstrecke stellen auch unbeseitigte Mastenfundamente sowie fehlende Begrünung um die neuen Oberleitungsfundamente einen inakzeptablen Zustand in einer Tourismusgemeinde dar.
„Wir haben die Bahn schon mehrmals aufgefordert, diese Missstände zu beseitigen und hoffen, dass endlich Einsicht einkehrt“, so ein sichtlich verärgerter Bürgermeister, der auch weiter informiert, dass 95% der Bahngleise im inneren Landkreis durch Bischofswieser Gebiet laufen. Die Sicherung der vielen, unbeschrankten Bahnübergänge obliegt der Gemeinde, wodurch hier erhebliche Aufwendungen entstehen. „Wenn Maßnahmen erforderlich sind, reagieren wir sofort“, erklärt Toni Altkofer. Das wünsche er sich auch von der Bahn. „Leider haben die im Moment noch eine ziemlich lange Reaktionszeit“.

Die Freie Wählergemeinschaft Berchtesgadener Land informierte sich in Ihrer Klausurtagung über den aktuellen Zustand des Bahn- und Busverkehrs im BGL. Ein ernüchterndes Fazit zogen dabei die Referenten. 
