Verbandsversammlung der Kreis FWG mit Neuwahlen
Der Saal des „Bürgerbräus“ in Bad Reichenhall füllte sich gut mit den Mitgliedern des Kreisverbandes der Freien Wählergemeinschaft Berchtesgadener Land (FWG BGL). Kreisvorsitzender Stefan Weber begrüßte, entschuldigte die kurzfristig verhinderten Vorstandsmitglieder Fritz Grübl und Martin Strobl und gab seinen Rückblick auf die Entwicklungen seit der letzten Versammlung.
In seinem Tätigkeitsbericht blickte Weber auf die Klausurtagung Ende Februar in Teisendorf zurück, wo vor allem der Autobahnausbau der A8, die Regional-Stadtbahn sowie die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis die Schwerpunkte setzten. Zudem erinnerte er daran, dass sich die KreisFWG vehement für Baumaßnahmen an der Bob und Rodelbahn am Königsee eingesetzt habe. Der Gedanke einer erneuten Olympiabewerbung und das Thema Kirchholztunnel beschäftigten den Vorstand primär in seiner Sitzung im Juli, dazu komplettierten die Vorbereitungen der anstehenden Neuwahlen und die damit angestrebte Satzungsänderungen das Tätigkeitsfeld.
Im Bericht des Kreisgeschäftsführers zeigte sich Wolfgang Heitmeier durchaus kritisch. Fast wehmütig stellte er fest, dass die Aufgaben des Landkreises allgemein sehr wenig zur Kenntnis genommen würden, selbst bei allen auf Ortsebene arbeitenden Gruppierungen. So appellierte er an die Mitglieder, hier wieder mehr Enthusiasmus an den Tag zu legen. Positiv gestaltete sich hingegen die Öffentlichkeitsarbeit der Kreis FWG und er sprach dafür Pressereferent Dietmar Eder seinen Dank aus.
Ohne Verschnaufpause folgte der Kassenbericht, den Heitmeier anstelle des erkrankten Fritz Grübl vortrug. Die Zahlen sprechen für einen „gesunden“ Kreisverband, merkte Revisor Dieter Nowak an und stellte nach seinem Bericht Antrag auf Entlastung von Vorstand und Kassier, nicht ohne vorher noch Fritz Grübl eine mustergültige Führung der Finanzen zu bescheinigen. Einstimmig votierten die Delegierten für die Entlastung der Vorstandschaft.
FWG-Fraktionssprecher Franz Schießl bilanzierte in seinem Referat das Ergebnis von 8 Sitzungen der Kreistagsfraktion und 5 Kreistagssitzungen. In ihnen sei vorrangig der Haushalt 2011 mit den Investitionsaufgaben zu erwähnen. „Im wirtschaftlichen Bereich schweben wir nicht auf Wolke 7“, so der Teisendorfer Bürgermeister. Positiv zu vermelden sei jedoch die Senkung der Müllkosten, an denen die meisten Gemeinden ihre Bürgerinnen und Bürger auch teilhaben lassen. Wegen des demografischen Wandels im Landkreis war es dringend notwendig, eine seniorenpolitische Gesamtstudie zu entwickeln; und um hier auch weiterhin ein notwendiges Augenmerk auf die Entwicklung zu legen, sei unter anderem ein Beauftragter für die Seniorenarbeit im Berchtesgadener Land installiert worden. Tetrafunk, Masterplan für die Kernregion Salzburg, Kreiskliniken und erneuerbare Energien als Folge des Atomausstiegs vervollständigten seine kompetenten Ausführungen.
Vor der turnusgemäßen Neuwahl erläuterte Manfred Vonderthann die Ziele der Satzungsänderung: der Vorstand solle von zwei auf drei Stellvertreter aufgestockt werden, damit in jedem der drei Landkreisteile ein Stellvertreter die enge Verbindung der KreisFWG zu den Ortsgemeinschaften pflegen kann. Weitere Änderungen waren dann redaktioneller Natur. Die Teilnehmer der Versammlung stimmten dieser Satzungsänderung aus voller Überzeugung mit einer Gegenstimme zu.
Dieser Beschluss leitete über zu den Neuwahlen, die Manfred Vonderthann und Rudi Schaupp in gewohnt souveräner Art und Weise abwickelten. Nachdem Kreisvorsitzender Stefan Weber aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Verfügung stand, schlug die Vorstandschaft Fraktionssprecher Franz Schießl als neuen Kreisvorsitzenden vor. Da die Versammlung keine weiteren Kandidaten nannte, wurde der Teisendorfer Bürgermeister einstimmig zum neuen Vorsitzenden gewählt. Zu seinen Vertretern wurden Christian Kleinert für die Mitte, Martin Strobl für den Norden (wie bisher) und als Neuer Michael Koller aus Berchtesgaden gewählt. Auch Fritz Grübl als Schatzmeister, Dietmar Eder als Pressereferent und Wolfgang Heitmeier als Kreisgeschäftsführer wurden in ihrem Amt ohne Gegenstimme bestätigt. Ergänzt wird der Vorstand durch die Kreisräte Rudi Schaupp, Richard Lenz und Herbert Galler als Vertreter der Kreistagsfraktion.
Den Abschluss der Verbandversammlung bildeten die Abschiedsrede des scheidenden und die Antrittsworte des neuen Vorsitzenden. Stefan Weber blickte in seinen Ausführungen auf fast zehn spannende Jahre in der Vorstandschaft zurück. 2002 wurde er als „Jungspund“ zum stellv. Vorsitzenden gewählt und 2005 übernahm er dann das Amt des Kreisvorsitzenden von Schorsch Kamml, das ihm, wie er selbst sagte, ein „interessantes und forderndes Kapitel in seinem Leben bescherte“. Er dankte allen für die vorbildliche Zusammenarbeit und wird der FWG, wenn auch nicht auf Kreisebene, weiter mit vollem Herzen erhalten bleiben.
Dem neuen Kreisvorsitzenden Franz Schießl war es letztlich vorbehalten, den Abend zu beenden. Er dankte mit herzlichen Worten und einem Geschenk Stefan Weber für seinen vorbildlichen Einsatz und stellte dabei dessen Engagement für neue Medien, besonders für den Internetauftritt und die stets aktuelle Plattform für eine interne Meinungsbildung heraus. Zudem postulierte er, dass die FWG immer ein Ohr am Bürger haben müsse; besonders die Jugend brauche Perspektiven und volksnahe, aber auch verständnisvolle Ansprechpartner, das sei auch künftig die vornehmliche Aufgabe und die Stärke der KreisFWG.


Die Freie Wählergemeinschaft Berchtesgadener Land informierte sich in Ihrer Klausurtagung über den aktuellen Zustand des Bahn- und Busverkehrs im BGL. Ein ernüchterndes Fazit zogen dabei die Referenten. 