"Tra ri, tra ra die Post war da"
(PLG BGD) ... so wird es künftig in Berchtesgaden heißen. Die Mitglieder der Parteilosen Gruppe Berchtesgaden waren sich bei dem Monatstreffen im Januar einig, dass dieser Zustand, Berchtesgaden ohne einem einzigen Postamt dem Bürger nicht zumutbar wäre. Betroffen sind nicht nur die Einwohner, sondern auch die Gäste unseres Tourismusortes.
Bis vor 10 Jahren waren in Berchtesgaden im Markt sowie auch am Bahnhof jeweils ein Postamt vorhanden. Auch in weiteren Berchtesgadener Gemeindeteilen und in den Nachbargemeinden konnte jeder Bürger seinen Weg zum Postamt antreten um die Dienstleistungen der Post in Anspruch zu nehmen. In den heutigen Tagen sieht alles ganz anders aus. Scheibchenweise, in der berühmten Salamitaktik, wurde Postamt für Postamt wegrationalisiert. Auch wurden Postämter durch Postagenturen in diversen Geschäften ersetzt. Das aus den zwei Berchtesgadener Postämter eines am Franziskanerplatz mit Parkplatzschwierigkeiten wurde, daran hat sich der Berchtesgadener Bürger nach mittlerweile sieben Jahren einigermaßen gewöhnt. Doch nun will der Bonner Konzern auch dieses ersatzlos streichen, obwohl in der Wochenendausgabe vom 23./24.01. in der Süddeutschen Zeitung der Post Vorstand Jürgen Gerdes zitiert wurde, dass die Deutsche Post AG die Zahl der Filialen und Briefkästen eher noch erhöhen will. Aber nicht so in Berchtesgaden.
Mit Ende Januar werden die Bankdienstleistungen der Postbank in Berchtesgaden nicht mehr angeboten. Per Brief wurde dem Kunden der Postbank mitgeteilt, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen der Postbank in der Berchtesgadener Filiale zu gering ist. Weiterhin können aber bequem die Geldgeschäfte in der Filiale in Schönau am Königssee und in Bad Reichenhall erledigt werden. Zum Einen war bis Mitte Januar in der Schönauer Filiale nichts davon bekannt, dass ab 1. Februar Geldgeschäfte der Postbank anzubieten sind. Zum Anderen beachte man die "kurzen" Wege um an sein Geld zu kommen. Ein qualifiziertes Beraterteam steht aber nur in Bad Reichenhall zur Verfügung. Der nächste Weg. Unverständlich ist auch, was aus den Gebäuden oder Räumlichkeiten wird. Das Postamt am Bahnhof steht seit 2003 leer. Für das Postamt am Franziskanerplatz besteht bis 2013 noch ein Pachtvertrag. Werden diese Räumlichkeiten nachdem sich die automatische Schiebetür nicht mehr öffnet, bis zum Ablauf des Vertrages unbenützt bleiben? Offen ist auch noch die Frage, was wird aus den Mitarbeitern der Post und deren Familien. Können diese in ihrer Heimat wohnen bleiben, oder müssen sie einen Wohnungswechsel durchführen? Erfreulich ist, dass in der Königsseer Straße in einem Getränkemarkt eine Postagentur eröffnen wird. Das ist jedoch für den Marktbereich keine befriedigende Lösung. Wie sollen unsere älteren Mitbürger und die Bürger mit Behinderung diese, doch im Randbereich gelegene Agentur erreichen?
Die Parteilose Gruppe Berchtesgaden ist der Meinung, dass von Seiten der Marktgemeinde Berchtesgaden unbedingt schriftlich gegen die Schließung des Postamtes protestiert werden muß. Wird dieses Thema sang und klanglos akzeptiert, so geht es uns wie mit allen anderen öffentlichen Ämtern und Behörden die schon aus Berchtesgaden abgezogen wurden. Berchtesgaden ohne Postamt, das ist die einhellige Meinung, das ist für die PLG-Berchtesgaden nicht vorstellbar./wh

"Die Zukunft des Verkehrs ist öffentlich!" - unter diesem Motto informierte sich die FWG Berchtesgadener Land zum Projekt Regional-Stadt-Bahn (