Exkursion zum Heizkraftwerk in Mertingen
Auf Einladung der Gemeinde beteiligten sich Mitglieder der FWG Piding vor Kurzem an einer Exkursion zur Besichtigung eines großen Heizkraftwerkes in Mertingen.
Herr Baudisch von den Bayerischen Staatsforsten führte durch die Anlage. Diese Anlage auf einem Grundstück von ca. 9.000 m² versorgt die Molkerei Zott in direkter Nähe. Eine derartige Anlage in Piding wäre ausschließlich mit Einbeziehung eines Großabnehmers, nämlich den Milchwerken Berchtesgadener Land - Chiemgau e.G. realisierbar. Dies führt zu einer ersten gravierenden Problemstellung. Nämlich der, dass sich die Versorgungsquelle mit Energie in einer maximalen Entfernung von 700 Metern befinden muss. In Piding also auf der Fläche gegenüber dem Tennisplatz, oder eine bereits favorisierte Fläche in Piding Ost in der Nähe der Mehrzweckhalle. Beide Standorte sind für die FWG Piding undiskutabel.
Die Grundlasten von 12 Megawatt in Mertingen werden durch Hackschnitzel abgedeckt, zusätzliche Lasten mit Spitzenwerten von bis zu 20 Megawatt werden durch Flüssiggas ergänzt. Die Anlage befindet sich in der Nähe eines größeren Industriegebietes weit ab von Wohnbebauung. Betreiber sind der Energiekonzern MVV mit 50,1% und die Bayerischen Staatsforsten mit 49,9%. Die Bayerischen Staatsforsten garantieren auch für die Lieferung der nötigen Hackschnitzel.
Laut Herrn Baudisch benötigt man zur Deckung von einem Megawatt Leistung etwa 1000 ha Wald. Für 12 Megawatt in Mertingen also 12.000 ha Wald. Alleine für das in Piding geplante und auf 15 Megawatt ausgelegte Kraftwerk sind demzufolge 15.000 ha Waldfläche nötig, was angesichts des bereits bestehenden Bedarfs im Landkreis und darüber hinaus sehr kritisch zu betrachten ist. Erschwerend kommt hinzu, dass laut Auskunft des Referenten Österreich seine Heizkraftwerke nicht mehr selbst bestücken kann, daher massiv am bayerischen Markt einkauft und sich in der Folge die Marktpreise erhöhen werden. Im Südbayerischen Raum ist dies bereits heute stark zu spüren.

Die FWG Piding ist der Meinung, dass die Energieversorgung in Piding nicht durch Großanlagen, sondern nur durch den effizienten Mix aus verschiedenen Energieträgern nachhaltig gesichert werden kann. Da die Infrastruktur einer energiebewussten Gemeinde über viele Jahre wachsen muss, wird sich die FWG Piding stark für eine vorausschauende Planung unter effizienter Nutzung möglichst vielseitiger Energieträger und Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten einsetzen. Überstürzte Entscheidungen ohne langfristige Konzepte kann es für die FWG in Piding nicht geben.
21.09.2010, 19:30 Uhr - PLG Berchtesgaden
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