Leserbrief des Reichenhaller FWG-Vorsitzenden
Kommentar zum Leserbrief des Herrn Nürbauer vom 31.12.2011
Darauf haben wir gewartet, daß jemand sagt oder schreibt, unser Oberbürgermeisterkandidat Martin Knabenreich habe das Manko, kein Einheimischer zu sein.
Dazu gilt: Einheimisch zu sein ist kein Verdienst, sondern ein Zustand. Dieser Zustand spricht eher noch für die Bequemlichkeit desjenigen, der dieses „Prädikat“ für sich in Anspruch nimmt, als für dessen Fähigkeit neue Wege zu gehen. Zugezogene haben in der Geschichte unserer Stadt schon immer neue Impulse gesetzt, die für die Stadt positiv waren. Sie haben den Vorteil, unvoreingenommen an ihre Aufgabe heranzugehen und müssen keine Rücksicht auf alte, eingefahrene Strukturen nehmen.
Daß dieses dümmste aller „Argumente“ ausgerechnet vom Fraktionssprecher einer Partei kommt, die noch nicht einmal in der Lage ist aus den eigenen Reihen den Fraktionssprecher zu stellen, sondern sich hierzu des parteifreien Herrn Nürbauer bedienen muß ist besonders bemerkenswert. Die bis zur Wahl des Herrn Nürbauer zum Fraktionssprecher durchaus konstruktiv und vernünftig arbeitende Ortsgruppe Bündnis90/DIE GRÜNEN läßt sich von diesem einen Politikstil aufdrängen, der geprägt ist von erzkonservativem, populistischem und planlosem Aufspringen auf jede sich bietende scheinbare Stimmung in der Bevölkerung. Es scheint mir, als habe Herr Nürbauer den Ehrgeiz, die neue konservative Kraft in der Stadt zu werden.
Das beweist er gerade mit seinen unsäglichen Aussagen zu den Oberbürgermeisterkandidaten Herrn Knabenreich (FWG), Frau Rupp (SPD) und Herrn Britzl (Piraten). Ich bin gespannt, wie lange sich das die Fraktion der GRÜNEN und insbesondere deren kluge Wählerschaft noch bieten lassen. Jetzt stehen sie in dem Geruch der Fremdenfeindlichkeit. Eigentlich völlig untypisch für sie.
So bringen wir unsere Stadt nicht weiter. Denn es gilt immer noch die alte Regel von Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799): Es ist nicht gesagt, daß es besser wird, wenn es anders wird. Aber wenn es besser werden soll, muß es anders werden.
Friedrich Hötzendorfer
FWG Vorsitzender
Bad Reichenhall

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