Autobahnausbau im Bereich Neukirchen
Auf sehr großes Interesse stieß die Infoveranstaltung der Freien Wähler, die im Gasthaus Schneck in Neukirchen abgehalten wurde. Nachdem 1. Vorstand Klaus Willberger die zahlreich erschienen Gäste begrüßte, begann Bürgermeister Schießl mit seinen Ausführungen.
Der Autobahnausbau von Rosenheim in Richtung Salzburg ist als 6spuriger Ausbau zuzüglich Standstreifen geplant und in 6 Dringlichkeitsstufen unterteilt. Die Bereiche Neukirchen und Teisenberg haben dabei, wegen der maroden Brückenbauwerke, die höchsten Dringlichkeitsstufen. Die Autobahn soll von derzeit 17 m auf insgesamt 36 m im asymmetrischen Ausbau verbreitert werden. Bei dieser Bauart bleiben während der Bauzeit weitestgehend 4 Fahrbahnen in Betrieb. Dies hat den Vorteil, dass die Verkehrsumleitungen reduziert werden können und somit weniger Verkehr über die B 304 und Oberteisendorf geführt wird, so der Bürgermeister.Nach Angaben der Autobahndirektion Süd müssen beim 6spurigen Ausbau die erhöhten Lärmgrenzwerte für die Lärmvorsorge eingehalten werden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat Teisendorf auch bereits Beschlüsse zum 6spurigen Ausbau mit dem maximal möglichen Lärmschutz gefasst. Schießl berichtete, dass die Autobahndirektion Süd voraussichtlich Mitte Oktober für den Bereich Teisenberg bzw. Freidling eine Infoveranstaltung durchführen werde.
Danach ging er auf den aktuellen Stand der Planungen im Bereich Neukirchen ein. Im Rahmen des Planungsdialogs an dem in der Regel der 1. und 2. Bürgermeister jeder betroffenen Gemeinde sowie Vertreter der jeweiligen Interessenge-meinschaften, der Landrat und Vertreter der Autobahndirektion Süd teilnehmen fanden bereits 5 Sitzungen statt. Dabei wurden die verschiedenen Ausbauvarianten mit Punkten versehen und somit bewertet. Die Kostenermittlungen wurden weiter verfeinert. Für den Bereich der Gemeinde Teisendorf wurden 4 Varianten untersucht. Diese sind in Neukirchen der Bestandsorientierte Ausbau mit Kosten in Höhe von ca. 59 Mio. €, der Bestandsorientierte Ausbau mit 600 m geschlossener Troglage (Kosten ca. 92 Mio. €), der Bestandsorientierte Ausbau mit 200 m geschlossener Troglage (Kosten ca. 75 Mio. €) und die Bestandsvariante im Bereich Freidling mit Kosten in Höhe von ca. 96 Mio. €.
Wie Bürgermeister Schießl mitteilte komme die Tunnellösung laut Autobahndirektion und Ergebnis aus dem übergreifenden Planungsdialog inzwischen nicht mehr in Frage. Diese sei aus dem Rennen. Für die Variante mit der 600 m langen geschlossenen Troglage müsse man nun alles versuchen, um zumindest diese Variante durchsetzen zu können. Eine von der Autobahndirektion vorgeschlagene so genannte "optimierte Ausbauvariante" mit lediglich 200 m geschlossener Troglage sei nicht akzeptabel. Im Planungsdialog des Landkreises BGL habe man sich, ins besondere auch Landrat Grabner, stark für die 600 m lange geschlossene Troglage eingesetzt. Diese Variante sei auch Thema bei der nächsten Gemeinderatssitzung bei der man sich ebenfalls für diese Variante aussprechen möchte.
Bei der Beamerpräsentation zeigte Schießl noch ein Bild des vorläufigen Flächennutzungsplans mit der schemenhaften Darstellung möglicher Varianten für eine zusätzliche Autobahnausfahrt im Bereich Freidling.
In den Ausführungen fuhr der Neukirchener FWG–Gemeinderat Norbert Schader, zugleich auch Sprecher der Interessengemeinschaft Neukirchen, fort. Schader berichtete von den vielen Aktionen vor Ort mit Politikern aller Parteien, denen die schwierige Situation Neukirchens mit der nahen Wohnbebauung an der Autobahn dargestellt wurde. Unter anderem seien mit Gerüsten bzw. Feuerwehr die geplanten, bis zu 9 m hohen, Lärmschutzwände dargestellt worden. In seiner Vorschau ging er auf einen Termin am 28. August im Landratsamt BGL ein. Dort möchte er mit möglichst vielen Gleichgesinnten dem Landrat die besondere Situation Neukirchens erläutern. Anschließend begann die rege Diskussionsrunde mit den Besuchern der Veranstaltung. Franz Brom, Vorsitzender der Bürgerinitiative Neukirchen, meinte die 600m lange, geschlossene Troglage müsse trotz der, bei dieser Länge erforderlichen Sicherheitskriterien, umgesetzt werden.
Größeren Umfang nahm auch die ins Auge gefasste Ausfahrt im Bereich Freidling in der Diskussion ein. Besonders die betroffenen Anlieger brachten hierüber ihren Unmut zum Ausdruck und zweifelten den Nutzen für Teisendorf an. Außerdem wurde gefragt warum für den Bereich Freidling noch keine Infoveranstaltung durchgeführt wurde. Wie Bürgermeister Schießl mitteilte lägen für diesen Bereich von der Autobahndirektion noch keine detaillierten Pläne vor. Sobald diese Vorlägen soll, voraussichtlich im Oktober, die Infoveranstaltung für diesen Bereich folgen.
Die Staatsstraße von Neukirchen nach Oberteisendorf sei für den LKW-Verkehr ab 12 to gesperrt. Im Rahmen des Autobahnausbaus hätte man nur jetzt die Chance eine zusätzliche Ausfahrt im Gemeindebereich zu erhalten. Er verspricht sich davon ins besonders Vorteile für die wirtschaftliche Entwicklung Teisendorfs und eine Lärmentlastung durch den Schwerverkehr im Bereich von Oberteisendorf und Obermoos, da in diesem Bereich derzeit das größte Verkehrsaufkommen im gesamten Gemeindebereich herrsche. Eine vom Gemeinderat mit finanzieller Unterstützung der Autobahndirektion, des Straßenbauamtes und der nördlichen Gemeinden des Landkreises beauftragte Studie kommt zum Ergebnis, dass die Fernverkehrswirksamkeit gegeben sei. Die Verbindung von der B 304 zur neuen Anschlussstelle würde eine Staatstraße mit einer Verkehrsbelastung von ca. 4.900 Fahrzeugen ergeben.
Auf die Frage über die mögliche Höhe der Lärmschutzwände bei einem Bestandsorientierten Ausbau in Neukirchen wurde mitgeteilt, dass diese auf der Südseite bis zu 5 m hoch werden sollen, auf der Nordseite, eine Höhe von etwa 4,5 – 9 m erreichen sollen. Dies würde bedeuten, dass die unmittelbar angrenzenden Wohnhäuser an der Nordseite der Autobahn stark verschattet würden.
Anschließend ging Schießl auf weitere Fragen die den Bereich von Neukirchen betrafen ein und schloss anschließend die interessante Veranstaltung.
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