Piding - Offener Brief an Hannes Holzner
Valentin Reichenberger
Stoißbergstr.14
83451 Piding
Gemeinde Piding
1.Bürgermeister Hannes Holzner
Thomastr.2
83451 Piding
Piding, 03.06.2008
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
lieber Hannes,
ich habe mir vorgenommen, mich in gemeindliche Angelegenheiten nach dem 1.Mai 2008 grundsätzlich nicht mehr einzumischen, aber der Zeitungsbericht am Samstag (24./25. Mai Seite 6) „Pidings neuer Bürgermeister Hannes Holzner über anstehende Aufgaben” hat viele Bürgerinnen und Bürger irritiert.
Da ich bis 30. April offiziell noch im Amt war, sehe ich mich gezwungen, einige Aussagen von Dir als meinem Nachfolger im Interesse einer objektiven, sachlichen und wahrheitsgemäßen Darstellung zu korrigieren und richtig zu stellen. Ich spreche hier nicht im Eigeninteresse, geschweige denn aus gekränkter Eitelkeit. Mir geht es einzig und allein darum, eine Lanze für unsere großartig arbeitende Verwaltung zu brechen.
Tatsächlich konnte ich aus gesundheitlichen Gründen die letzten 4 Monate meiner 18-jährigen Amtsperiode persönlich kaum mehr im Rathaus sein. Aber die Behauptung, „Dinge blieben liegen, weil die Verwaltung auf sich alleine gestellt war”, ist falsch und muß ich entschieden zurückweisen. Fakt ist, dass nichts liegengeblieben ist.
In diesen 4 Monaten blieb ich mit der Verwaltung, an der Spitze Geschäftsleitern Frau Hirsch und Kämmerer Herr Koll, jeden Tag persönlich, über Mail oder telefonisch in Kontakt. Außerdem erledigten meine Stellvertreter, 2.Bgm. Heinz Bender und 3. Bgm. Franz Geigl, auf meine Bitten hin und zu meiner vollsten Zufriedenheit wichtige Arbeiten. Wie der Name „Stellvertreter” bereits sagt, haben diese eben die Funktion, im Verhinderungsfall z.B. bei Krankheit die entsprechenden Aufgaben zu übernehmen. Wie Dir bekannt hat der alte Gemeinderat beschlossen, gewisse Entscheidungen vom neuen Gemeinderat erst nach dem 1. Mai 2008 zu treffen. Mein Ziel war, so viel wie möglich noch in der alten Wahlperiode zu regeln und meinem Nachfolger ein bestelltes Feld in der Gemeinde zu übergeben.
Deine Feststellung in Verbindung mit dem geplanten FOC, „Nun tut sich sehr viel”, suggeriert bei den Bürgern den Eindruck, früher sei wenig geschehen. Auch dieser Behauptung muß ich entschieden widersprechen. Aus Deiner 12-jährigen Tätigkeit im Gemeinderat müsstest Du wissen, dass ich besonders kreative und innovative Beiträge und Maßnahmen immer unterstützt habe sowie mir die Berücksichtigung der örtlichen (regionalen) Wirtschaft und der finanzielle Mehrwert für die Gemeinde ein sehr großes Anliegen war. Nach vielen Gesprächen mit unserem Landrat, bei der Regierung von Oberbayern und dem Wirtschaftsministerium wurde das Zielabweichungsverfahren für ein FOC beantragt und genehmigt. Damit ergeben sich weitere wirtschaftliche Chancen für unseren Ort. Die Weichen hierfür sind also schon vor Deinem Amtsantritt gestellt worden.
Ich bitte Dich um Verständnis für diese notwendigen Klarstellungen, die unser gutes Einvernehmen nicht beeinträchtigen sollen.
Deshalb wünsche ich Dir weiterhin alles Gute und verbleibe mit freundlichen Grüßen
Valentin Reichenberger
(ehem. 1. Bürgermeister von Piding)
21.09.2010, 19:30 Uhr - PLG Berchtesgaden
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Josef Dendl