Verkehrssituation in Oberteisendorf
Die FWG Teisendorf diskutierte über Lösungen wie etwa einer Ortsumfahrung
Bei der zuletzt im Gasthaus Hofwirt abgehaltenen Versammlung der FWG Teisendorf, wurde erörtert wie die Verkehrsbelastung in Oberteisendorf verringert werden könnte.
Nach den einführenden Worten des Ortsvorsitzenden Klaus Willberger, der unter anderem auch kurz auf die Problematik der Verkehrsbelastung ins besonders durch den Schwerlastverkehr einging führte Bürgermeister Franz Schießl die Ausführungen detailliert fort.
Zunächst ging er auf das vom Gemeinderat in Auftrag gegebene Verkehrsgutachten von Prof. Kurzak ein. Daraus geht hervor, dass außer auf der Autobahn nirgendwo im Gemeindegebiet mehr Verkehr herrscht als auf der B 304 zwischen Teisendorf und Oberteisendorf. Hier fahren täglich 9.200 Fahrzeuge. Östlich von Teisendorf fahren in Richtung Freilassing dagegen 5.500 Fahrzeuge. Gemäß Gutachten ist für die künftige Verkehrentwicklung davon auszugehen, dass im Bereich Teisendorf – Oberteisendorf 10.700 Fahrzeuge zu erwarten sind.
Sollte in Freidling eine Autobahnausfahrt entstehen, sagt dieses Gutachten eine Verringerung des Verkehrs im Bereich zwischen Teisendorf und Oberteisendorf um 2.200 Fahrzeuge pro Tag voraus. Von Neukirchen Richtung Oberteisendorf würde sich der Verkehr um 1.600 Fahrzeuge verringern und in Richtung Anger um 600 weniger werden.
Weiter teilte Schießl mit, dass die Gemeinde Teisendorf derzeit die Neuaufstellung eines Flächennutzungsplanes durchführt. Darin sollen künftige Entwicklungs-möglichkeiten der Gemeinde für die nächsten 15 – 20 Jahre dargestellt und festgelegt werden.
Laut Schießl wäre es durchaus denkbar für den Bereich Oberteisendorf, im Flächennutzungsplan eine Ortsumfahrung vorzusehen. Darüber sollte jedoch eine möglichst breite Diskussion über das Für und Wider erfolgen. Weiter teilte er mit, dass es sich bei einer möglichen Ortsumfahrung, die voraussichtlich im Norden Oberteisendorfs vorbeiführen würde, um eine zeitlich lang angelegte Maßnahme handle. So ein Vorhaben müsste zuerst in den 10 Jahre geltenden Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden und könnte nicht in einigen Jahren umgesetzt werden.
Im Rahmen des Autobahnausbaus und des geplanten Güterterminals in Teisendorf wurden von einigen Gemeinden Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben. Diese sind z. T. jedoch nicht aufeinander abgestimmt bzw. berücksichtigen nicht alle derzeit geplanten Maßnahmen. Aus diesem Grund soll unter Beteiligung des Landkreises, der betroffenen Gemeinden und der Autobahndirektion Süd ein übergeordnetes Verkehrsgutachten erstellt werden, das die vorhandenen Gutachten miteinander verbindet und einschließt.
In der anschließenden Diskussionsrunde wurde auf die einzelnen Punkte eingegangen. Max Reichenberger wäre es wichtig die Umgehungsstraße in den Flächennutzungsplan mit aufzunehmen. Seiner Ansicht nach ist vor allem der Schwerlastverkehr und dessen gefahrene Geschwindigkeit zu hoch.
Wolfgang Gasser sieht das genau so. Für ihn seien dies allerdings langfristige Maßnahmen, die in den nächsten 10 – 20 Jahren noch keine Verkehrsentlastung mit sich bringen würden. Er regte an, die Nutzung der Straße für LKW´s zeitlich zu beschränken oder evtl. eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu erteilen. Seines Erachtens würden die LKW´s nachts immer schneller durch Oberteisendorf fahren. Er könnte sich auch ein fest installiertes Geschwindigkeitsmessgerät vorstellen. Laut Schießl seien diese Maßnahmen schwierig, da es sich bei der Ortsdurchfahrt von Oberteisendorf um eine Bundesstraße mit Fernverkehrswirkung handle. Hier müssten die rechtlichen Vorgaben eingehalten werden.
Peter Schuhbeck wollte wissen ob es Richtlinien oder Verkehrszahlen gebe, die eine Umgehungsstraße möglich machen würden. Wie Schießl antwortete seien Ortsumfahrungen im Bundesverkehrswegeplan bereits ab 6.000 bis zu 30.000 Fahrzeugen täglich enthalten. Wichtig wäre hierbei auch, dass man sich vor Ort einig sei und geschlossen hinter der Maßnahme stünde.
Der ehemalige Bürgermeister der damaligen Gemeinde Oberteisendorf, Hubert Ainerdinger, ging nochmals auf die Geschichte der B304 ein und warum die Umgehungsstraße in Oberteisendorf nicht zustande kam. Er plädierte auch für die Aufnahme der Umgehung in den Flächennutzungsplan. Überrascht zeigte er sich, dass es im Gemeinderat Bestrebungen gegen eine mögliche Autobahnausfahrt in Freidling gebe.
Laut Bürgermeister Schießl sollten auf alle Fälle die Ergebnisse des überregionalen Verkehrsgutachtens abgewartet werden. Danach könnte jedes Gemeinderatsmitglied auf fundierter Basis seine Schlüsse ziehen. Eine Ablehnung der Ausfahrt zum jetzigen Zeitpunkt sei seiner Ansicht nach zu früh. Er machte noch mal deutlich, dass die Ausfahrt nur zu realisieren sei, wenn diese vom Bund oder Land errichtet werde. Die Gemeinde sei nicht in der Lage eine Autobahnausfahrt zu bauen.
Wolfgang Gasser schloss sich den Ausführungen von Sissy Lang und Klaus Willberger zu diesem Thema an. Sie alle vertraten die Ansicht, dass bei einer Entscheidung von solcher Tragweite das überregionale Gutachten noch abgewartet werden sollte.
Die Veranstaltung zeigte die komplexen Zusammenhänge zur Verkehrsentwicklung und –belastung auf. Dabei spielen sowohl der Autobahnausbau der A8 wie auch das geplante Güterterminal eine Rolle. Bei all den angesprochenen Punkten sollten weitere kurz- und mittelfristige Lösungen zur Verminderung der Verkehrsbelastung der Oberteisendorfer Bürger gefunden werden.
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